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Neolithikum (seit 2015)

Es gibt Maler, die lebenslang dasselbe malen; ich gehörte bisher zu denen, die immer wieder mit Neuem überraschten. Im Jahr 2015 griff ich jedoch abrupt auf längst Abgeschlossenes zurück, auf Konzepte meiner „Steinperiode“.

Meine Themenwahl und Malweise hat sich über Jahrzehnte hin ständig verändert. Der Weg führte von einer figurativen Phantastik zu einer fast abstrakten, prozesshaften Ausdrucksweise. Die frühen Metaphern meiner Arbeiten loten „existentielle Grundsituationen“ aus, die späteren „Grundmuster“ und „lebendige Räume“.

In den letzten Jahren aber „entwickelte sich meine künstlerische Entwicklung nicht mehr“. Ich hatte mich in einem dichten Netz malerischer Strukturen verfangen. Dies gipfelte in einem Prozess der Anhäufung von Punkten und geschwungenen Linien, der jeglichen konzeptuellen Rahmen sprengte und konsequent auf die Wände meines Ateliers übergriff.

So zu arbeiten erwies sich als endloses Unterfangen, als manisches Kreisen in einem „morphogenetischen Raum“ der Bewegungen meiner malenden Hand. War ich in ein und demselben Bild, das nie fertig wird, steckengeblieben?

Auf der Suche nach einem Ausweg, nach einer Wiederfokussierung meines Werks, unterstützte mich meine Assistentin Mimi Staneva als Muse. Sie lenkte meinen Blick zurück auf das „Steinuniversum“ und inspirierte mich dazu, wieder „Steinbilder“ zu malen.

Neolithikum, neue Steinbilder von DE ES

Gemeinsam rekonstruierten wir auf Leinwand einen unbeholfen wirkenden „Steinmann“. In den folgenden Bildern erstrahlte er bald wieder in seiner ursprünglichen Kraft.

Die neuen Werke haben eine andere malerische Qualität als die alten, so ist der Farbauftrag dynamischer geworden, der Gesamteindruck expressiver. Zu meiner Freude erweist sich das Thema weiterhin als entwicklungsfähig und enthüllt neue Aspekte des „Steinseins“.

Die Wiederbelebung der „Steinperiode“ findet zusätzlich Ausdruck in gemeinsam gemalten Bildern mit Mimi Staneva, in denen ihre realistische Selbstdarstellung in die Welt der Steinmenschen eingebettet ist. Eine gelungene Symbiose ganz unterschiedlicher Malstile ist das Ergebnis.

Mimi Staneva, DE ES Schwertberger